Was Rock-Screaming nicht?

Leider liest man in Foren immer wieder Berichte von Heiserkeit bis hin zum Blutgeschmack im Mund nach Versuchen, zu Screamen. Es ist nicht verwunderlich, wenn viele Gesangslehrer sagen, Rock-Screamin sei schädlich bis desaströs für die Stimme. Auf Seiten anderer Gesangslehrer findet man die Aussage, dass es wichtig sei, das der Ton ausreichend "gestützt" sei. Dieses Stützen, macht die Problematik eher größer.

Voraussetzung für Rock-Screaming

Genau wie beim Belt gilt: Die absolute Grundlage fürs Screaming ist eine mehr oder weniger perfekte Registrierung mit sehr starkem Kopfregister.

 

Wie lerne ich Screamen?

Wenn man screamen analysiert, erkennt man drei Hauptbestandteile:

  • sehr schlanke Registerführung (= perfektes und ausgedünntes Kopfregister)
  • Twang
  • ggf. Distortion

Grundvoraussetzung ist, wie bei allen intensiven Stilistiken, wie z.B. auch Belting das perfekte Kopfregister. Erst nach Perfektionierung kann versucht werden, in der gewünschten Stilistik zu singen. Der Grund: Eine sehr gut koordinierte Stimme ist muskulär ausbalanciert. Eine schlechtere Stimme hingegen wird sich Hilfsmuskeln bedienen müssen, um nicht zu kollabieren. Diese Hilfsmuskeln sind es dann, die zwar den Ton temporär stabilisieren, aber auf Dauer oder sogar schon nach wenigen Minuten die Stimme schädigen.

Im folgenden Beispiel hört man, wie Drew Sarichs Töne einerseits sehr weich und melodisch schwingen, andererseits hört man jedoch die Agressivität im Klang. Diese Agressivität wird aber oberhalb des Kehlkopfes durch die epiglottische Falte (Twang) und durch die Taschenfalten (Distortion) erzeugt – losgelöst von der Stimmgebung. Im Kehlkopf selbst ist eitel Sonnenschein! Auch das Drumherumg – auf die Knie fallen, schmerzerfülltes Gesicht, hat nichts direkt mit dem Screamen zu tun sondern ist gekonntest Schauspiel.